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Ecoland hat wahrlich schon bessere Zeiten erlebt. Die Wirtschaft befindet sich in einer Rezession, es herrscht eine gewisse Unzufriedenheit in der Bevölkerung, auch die Umweltbelastungen sind gestiegen. Viel Arbeit wartet auf die neue Regierung, um den Kahn wieder auf Kurs zu bringen. Genau dies ist die Ausgangslage des computerunterstützten Planspiels Ökowi, das die Kurse des Fachs Politik und Wirtschaft (PoWi) des Jahrgangs Q2 der Rimbacher Martin-Luther-Schule in Kooperation mit Unternehmen aus der Region durchführten.

Die Schüler nehmen bei Ökowi in verschiedenen Spielgruppen unterschiedliche Rollen wahr. So repräsentieren sie produzierende Unternehmen, Haushalte sowie die Regierung. Auch die Medien sind ein weiterer Mitspieler. Die Dienstleistungsbranche als weiterer bedeutender Arbeitgeber, die ausländischen Konkurrenzunternehmen, die Zentralbank, die Justiz sowie die Parlamentspräsidentschaft werden vom jeweiligen Spielleiter übernommen. Überdies repräsentieren die Schüler in ihrer Spielgruppe jeweils als Fraktion die politischen Vertreter im Parlament.

Ein Spieltag steht repräsentativ für ein Jahr. Am Ende eines jeden Tages haben die Spielgruppen Entscheidungen zu treffen. Dabei geht es um die konkrete Nennung von Beträgen, die in verschiedene Bereiche investiert werden sollen. Auch werden Bewertungen über das Verhalten anderer Spielgruppen abgegeben. Die jeweiligen Spielleiter haben nach Beendigung des Spieltags die Aufgabe, die Software mit dem ganzen Zahlenwust zu speisen, auf dessen Basis der Computer schließlich eine neue Ausgangssituation ausrechnet.

Beim Blick auf die neue Lage in Ecoland allgemein und in den einzelnen Spielgruppen im Speziellen wird schnell deutlich, wo Entscheidungen getroffen wurden, die sich letztlich nicht als empfehlenswert erwiesen. Doch auch dies ist im Planspiel Ökowi nicht weiter schlimm und sogar gewollt, denn gerade aus den Fehlern werden von den Schülern häufig wichtige Erkenntnisse gewonnen.

Ziel des Spiels ist es, die enge Verzahnung von politischen und wirtschaftlichen Prozessen deutlich zu machen. Geringe Veränderungen auf der einen können große Folgen auf der anderen Seite bewirken. Schnell wird klar, dass es sich um sehr komplexe Vorgänge handelt, die von zahlreichen Einflussfaktoren abhängen und deshalb auch nicht immer bis ins kleinste Detail planbar sind.

Hinzu kommt, dass die verschiedensten Interessen bedient werden wollen, was die Arbeit der Entscheidungsträger auch nicht einfacher macht. „Der Markt ist schwer vorherzusehen, weil alle Akteure unterschiedliche Ziele haben und unvorhersehbare Fehler machen, die alle beeinflussen können. Kommunikation ist von daher sehr wichtig, aber auch nicht jede mündliche Absprache ist bindend und wird befolgt“, so ein beteiligter Schüler.

Bei aller notwendigen didaktischen Reduktion schafft es das Planspiel, die Realität doch schon recht gut abzubilden, was ein klares Plus von Ökowi ist. Durch das Erleben, welche Auswirkungen Entscheidungen haben können, lassen sich Vorgänge aus Politik und Wirtschaft leichter nachvollziehen. Von daher sind die beteiligten PoWi-Lehrkräfte davon überzeugt, dass all das, was bei Ökowi spielerisch erfahren wird, so im herkömmlichen Unterricht in einer solch kurzen Zeit niemals zu vermitteln wäre.

Sehr erfreut zeigten sich die Lehrkräfte des Fachs Politik und Wirtschaft, dass sich einmal mehr Unternehmen aus der Region bereit erklärt haben, als Kooperationspartner zu fungieren. Zum einen hätten die Schüler die Möglichkeit, in die Betriebe hineinzuschnuppern, den täglichen Ablauf kennenzulernen und nicht zuletzt auch Informationen über mögliche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu erhalten, zum anderen sei es positiv, die strikte Tagestaktung durch den Schulgong hinter sich zu lassen. Dies komme auch dem Sinn und Zweck des Spiels deutlich entgegen.

Mit beteiligt waren die Firma CompuSoft in Zotzenbach, wo eine Spielgruppe zugegen war, die von PoWi-Lehrerin Grit Brocki und dem Studienreferendar Alexander Berndt betreut wurde, die Firma Freudenberg in Weinheim (mit Jörg Lauer), die Sparkassen in Fürth (mit Elke Schilling und Friedrich Feuerbach), und Heppenheim (mit Thomas Pajonk) sowie die Firma Dentsply Sirona in Bensheim (mit Holger Giebel).

Holger Giebel

Martin-Luther-Schule
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