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Drachen tragen die Sehnsucht nach Kunst

Ein Kunstwerk voller Kreativität, Individualität und Modernität – dies wurde unter professioneller Leitung eines Künstlerpaares von kunstinteressierten Schülerinnen und Schülern der Martin-Luther-Schule (MLS) Rimbach geschaffen. Seit Montag ziert der sogenannte „Drachengarten“ das Außengelände des Gymnasiums.

Sämtliche Schüler aus allen Jahrgängen versammelten sich Montagmittag auf dem Schulhof und warteten gespannt darauf, dass die neu geschaffene Attraktion endlich der Schülerschaft übergeben wird. Der Unterstufenchor unter der Leitung von Stefanie Englert eröffnete das Fest mit einem zum Thema passenden Drachenlied, welches die zahlreich erschienenen Zuschauer auf den feierlichen Moment einstimmte.

Schulleiterin Beate Wilhelm erklärte, wie es zu dem spannenden Projekt kam und von wem es erbaut wurde. Auf der Suche danach, wie man das Außengelände der MLS attraktiver gestalten kann, stießen die Schulleitung und der Freundeskreis der Schule unter Empfehlung des Naturparks auf das Künstlerpaar „JORELK“. Holzbildhauer Joerg Schulze und Designerin Elke Weiss beschäftigen sich mit Holzkunstwerken aus massiven Eichenstämmen und betreuen in diesem Rahmen auch Projekte, so auch das Beteiligungsprojekt an der Rimbacher Schule.

Hierfür ist das Paar für zwei Wochen aus Schwäbisch-Gmünd angereist und hat in diesem Zeitraum mit 16 kunstinteressierten Schülerinnen und Schülern aus der 10. Klasse den Drachengarten fertigstellen können. Auch Kunstlehrer Gabriel Gruß hat das Projekt begleitet und die Jugendlichen unterstützt.

Die Schulleiterin klärte die Schulgemeinde auch darüber auf, weshalb das Drachenmotiv gewählt wurde: Seit 2017 ist die Martin-Luther-Schule eine Naturparkschule im UNESCO Geopark Bergstraße-Odenwald, die sich dafür einsetzt, Schülerinnen und Schülern originale Natur-, Kultur- und Heimaterfahrungen in ihrem direkten Umfeld zu ermöglichen. Das Thema „Drache“ greift einen Regionalmythos auf. Somit ist der „Drachengarten“ ganz und gar individuell für die Naturparkschule MLS entstanden.

Ohne die finanzielle Unterstützung des Freundeskreises wäre der Bau dieser wertvollen Kunstinstallation jedoch niemals möglich gewesen, weshalb einer an diesem Tag J anwesenden Abordnung herzlichst gedankt wurde.

Auch das Künstlerpaar „JORELK“ trat nach vorne, um seine Arbeit genauer zu beschreiben. Bezeichnet wird deren Tätigkeit als „bespielbare Kunst im öffentlichen Raum“. Hierbei arbeiten die beiden immer mit großen Eichenstämmen, was auch „Spektrales Mikado“ genannt wird. „Unsere Projekte zeichnet vor allem die ausschließliche Handarbeit aus, die die Kunstwerke individualisiert. Besonders ist hierbei, dass alle Muster mit einer Kettensäge in die Holzstämme geschnitzt werden und so die einzigartige Kettensägenstruktur erhalten bleibt.“ Für das Projekt an der Martin-Luther-Schule wurden die Stämme vorab von dem Künstlerpaar gesägt, geschliffen und grundiert und dann mit einem Holztransporter in die Schule geliefert. „Das Liefern an den jeweiligen Ort bezeichnen wir auch als ‚hineinkomponieren‘“, erklären sie. „Im Anschluss haben wir mit den Schülern Entwürfe der Gestaltung erstellt und die Stämme dann mit einer besonderen Lasurtechnik mit eigens angerührten Farben bemalt“, so Elke Weiss.

Beim Positionieren und Ver-schrauben hat auch Hausmeister Wecht fachmännisch unterstützt, wofür ihm an diesem Tag gedankt wurde. Als beeindruckend empfand das Ehepaar, mit welch einer Freude und „Sehnsucht zur Kunst“ die Jugendlichen die Holzstämme bemalten und künstlerisch verzierten. Je-den Vormittag hätten die Schüler begeistert neue Ideen zusammen-getragen und dabei geholfen, das große Kunstwerk fertig zu stellen.

Dieser Enthusiasmus war auch bei der Eröffnung am Montag deutlich zu spüren, als es dort ebenfalls galt, Abschied von den beiden Künstlern zu nehmen, die sie in der kurzen Zeit sichtlich ins Herz geschlossen hatten.

Das nun eröffnete Kunstwerk, welches nicht nur zum Toben, Balancieren oder Entspannen dient, sondern auch als offenes Klassenzimmer Verwendung finden kann, wird die Schüler der MLS in Zukunft immer an die künstlerische Zeit mit dem Paar „JORELK“ erinnern.

Odenwälder Zeitung, 19.09.2018

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