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Fremdsprachenunterricht im Klassenzimmer hat immer etwas Künstliches, wenig Authentisches, fehlt doch das zielsprachliche Gegenüber, die Menschen, mit denen man Informationen, Gefühle, Ideen in der anderen Sprache austauschen möchte. Deshalb lernt man ja die neue Sprache. Reisen und reale Begegnungen sind in Corona-Zeiten ja auch nicht möglich, wie gut, dass man dann digital mit Lernenden anderer Länder, sogar anderer Kontinente in Kontakt treten kann.

Schon seit einigen Wochen gingen Mails, Audios und Videos zwischen den Deutschschülern der 6b des Colegio Ándino in Bogotá (Kolumbien) und des Wahlunterrichtskurs Spanisch der Klasse 9 der Martin-Luther-Schule quer über den Atlantik hin und her, tauschten sich die Lernenden über Geburtstagsbräuche in Lateinamerika, Vorlieben der deutschen Lernenden im Bereich Sport und Musik und die individuellen Präferenzen aus, die Themen des jeweiligen Lehrplans betreffend und vertiefend. Der Wunsch nach einem direkten, medial vermittelten Austausch wurde dabei laut und Luciano Mejía Peroni aus Bogotá und Claus Röhrig aus Rimbach suchten so nach einer Möglichkeit, dies innerhalb des virtuellen Unterrichts, der hier wie dort gerade Standard war, zu realisieren.

Passend, dass beide Schulen mit der gleichen Lernplattform arbeiten. Beim Vergleich der Stundenpläne der beiden Gruppen ergab sich, dass trotz des Zeitunterschieds von sieben Stunden zwischen Kolumbien und Deutschland alle zwei Wochen eine Überlappung von einer knappen Schulstunde bestand. Beide Lehrkräfte verabredeten so, es anzugehen und allen technischen Problemen, unterschiedlichem Alter der Lernenden und divergierenden Lernständen zum Trotz das Wagnis einzugehen.

An einem Donnertagnachmittag Anfang Mai war es dann so weit. Die Lernenden stellten sich in ihrer Muttersprache anhand eines Objektes, das ihnen wichtig ist, einander vor und bestimmten in einer Redekette abwechselnd die Reihenfolge der Vorstellung. Anschließend stellten sie in Kleingruppen in zwei Runden ihren Lieblingsort und danach ihren Tagesablauf in normalen Zeiten wie unter Pandemiebedingungen einander vor. Dabei gab es eine klare Regel. Die erste Runde lief ganz in Deutsch ab, da die kolumbianischen Lernenden sich schon in ihrem Unterricht mit der Thematik auseinandergesetzt hatten und über sprachlichen Mittel verfügten, sich in der Fremdsprache auszudrücken, die zweite Runde mit umgekehrten Voraussetzungen auf Spanisch. Wo die Wörter fehlten, behalf man sich, auch mit Gesten, konnte Vokabeln bereitstellen und so verstand man sich auch ohne die ständige Präsenz des Lehrers.

Im Anschluss an die gelenkte Unterhaltung blieb noch Gelegenheit, sich weiter auszutuschen, was auch in allen Gruppen genutzt wurde. In der Abschlussrunde waren sich alle einig: es war eine ganz besondere Gelegenheit, interessanter und bereichernder als normale Fremdsprachenunterrichtsstunden und motivierend allemal, denn man konnte direkt erleben, wie man sich in der jeweils anderen Sprache schon verständigen konnte.

Die Schüler:innen aus Bogotá und Rimbach äußerten auch gleich der Wunsch nach Wiederholung. Die Lehrer müssen jetzt sehen, ob in dem engen Zeitkorridor bis zum Ende des Schuljahres in Kolumbien Mitte Juni eine Möglichkeit besteht, noch einmal live zusammen zu kommen, der Austausch über Mails und Audios soll auf jeden Fall weitergehen, damit die sprachlichen Produkte der Lernenden auch echte Adressaten finden.

Martin-Luther-Schule
Gymnasium des Kreises Bergstraße
Staatsstraße 6
64668 Rimbach

Tel.: 06253 - 99070 | Fax: 06253 - 990730
Martin-Luther-Schule@kreis-bergstrasse.de

© 2016 MLS Rimbach





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    Schulschließung

    Liebe Schulgemeinde der Martin-Luther-Schule !

    Der reguläre Unterricht an der MLS ist – wie an allen anderen hessischen Schulen ab Montag, dem 16.3.2020 bis zu den Osterferien ausgesetzt.

    Das Hessische Kultusministerium hat dazu auf seiner Homepage folgende Mitteilung veröffentlicht:

    In Hessen wird ab Montag, 16. März, an allen Schulen kein regulärer Unterricht mehr stattfinden. Am Montag haben Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte noch einmal Gelegenheit, in den Schulen zusammenzutreffen, um Verabredungen für die unterrichtsfreie Zeit bis zu den Osterferien zu treffen, persönliche Lehr- und Lernmaterialien aus den Schulen zu holen und Hinweise zu geben, wie Unterrichtsstoff ggf. vor- und nachbereitet werden kann. Schulleitungen sind an den Unterrichtstagen zu den üblichen Unterrichtszeiten zur Anwesenheit verpflichtet, um die Erreichbarkeit für die Schulaufsicht sicherzustellen und gegebenenfalls weitere Schutzmaßnahmen vor Ort umgehend umsetzen zu können. Für Schülerinnen und Schüler der Schuljahrgänge 1 bis 6 ist eine Notbetreuung in kleinen Gruppen zu gewährleisten. Die Notbetreuung dient dazu, Kinder aufzunehmen, deren Eltern in sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig sind.

    Landesabitur soll durchgeführt werden

    Trotz der vorübergehenden Schulschließungen soll das Landesabitur wie geplant stattfinden. Die Abiturienten waren bereits gestern vom Unterricht befreit worden. Mit dieser Maßnahme sollen vor allem mögliche Ansteckungssituationen vermieden werden. Landesregierung und Schulverwaltung wollen aber all jenen, die mit den bevorstehenden Prüfungen ihre Hochschulreife erlangen möchten, diese Möglichkeit auch weiterhin offenhalten. Das Landesabitur soll demnach – Stand heute – am Donnerstag, 19. März, beginnen und die schriftlichen Prüfungen bis zum vorgesehenen Ende am 2. April durchgeführt werden. Alle Exkursionen, Studien- und Klassenfahrten, die bis zum Ende des laufenden Schuljahres geplant sind, sind abzusagen. Dies umfasst alle Schulfahrten im In- und Ausland, unabhängig davon, ob der Zielort vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet ausgewiesen ist.
    Die Umsetzung dieser Maßnahmen an der Martin- Luther-Schule geschieht folgendermaßen:

    1. Schülerinnen und Schüler erhalten am Montag, den 16.3.2020 in der Zeit von 8.00-10.00 Uhr die Möglichkeit, persönliche Gegenstände aus der Schule zu holen und ihren Lehrern Nachrichten zu hinterlassen. Sie melden sich dazu bitte im Sekretariat.
    2. Schülerinnen und Schüler brauchen am Montag nicht zu kommen, um Verabredungen mit ihren Lehrern zu treffen. Sie erhalten alle wichtigen Informationen und Arbeitsaufträge von den Lehrern über E-Mail oder andere Kanäle zugeleitet.
    3. Eltern von Kindern der Jahrgänge 5 und 6, die in sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig sind, melden ihre Kinder bis spätestens Dienstag 17.03.2020 zu einer Notbetreuung an. Diese Anmeldung erfolgt telefonisch unter Angabe von Beruf und Betreuungszeiten über das Sekretariat der MLS (Tel.: 06253-99070). Es steht während dieser Betreuungszeit keine Verpflegung aus der Cafeteria od. der Mensa zur Verfügung. Denken Sie also bitte daran, Ihren Kindern Proviant mitzugeben. Die Notbetreuung beginnt am Montag um 7.25 Uhr. Die Kinder melden sich bitte im Sekretariat.
    4. Alle für dieses Schuljahr geplanten Klassenfahrten, Praktika, Girls´ and Boys´ Day, Ausflüge und Exkursionen sind abgesagt.
    5. Für alle Lehrkräfte der MLS besteht Dienstpflicht. Am Montag, den 16.3.2020 findet um 10.00 Uhr eine Dienstversammlung in B007 statt. Eine gesonderte Einladung folgt.